Als Friedrich sein Zimmer im Grand Hotel bezieht, herrscht Krieg in Europa. Die Wehrmacht steht vor Moskau und Fritz will, wie er meint, etwas von der Stärke der Deutschen einfangen. Sie verstehen, erfahren sozusagen, um selbst stark zu werden. Friedrich, genannt Fritz, fühlt sich schwach, was zweifelsohne an seiner drakonisch flatterhaften Mutter liegt. Dabei wächst [...]
Autor: Michael
‚So enden wir‘ von Daniel Galera
Was ist Leben? Wasser zum Beispiel. Ist Wasser Leben oder doch nur eine notwendige Bedingung? Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Als Biologin weiß Aurora, was Leben bedeutet. Was das Leben braucht, um zu existieren. Licht, Wasser, Zucker, vielleicht eine abgeschlossene Promotion? Kurz davor steht Aurora nämlich, als sie vom Infarkt ihres Vaters und dem [...]
‚Tage ohne Ende‘ von Sebastian Barry
Es war recht viel Trubel im Wilden Westen, im wirklich wilden Westen, als irgendwo hinter St. Louis Thomas McNulty unter einem Baum John Cole kennenlernte. John Cole, den schönen John Cole. Thomas und John sind im beschissensten Regen seit Menschengedenken in Missouri gestrandet. Einen so gottverdammten Regen in dieser gottverdammten Gegend haben beide noch nie [...]
‚Archipel‘ von Inger-Maria Mahlke
Die Insel des Frühlings ist es, auf der Julio Baute 1919 geboren wird. Die Insel des Frühlings als britische Kolonie ohne Flagge. So immerhin geprägt von König Alfons XIII. und nach ihm zitiert von Sidney Fellows. Sidney ist Inhaber einer britischen Handelsgesellschaft, die sich auf Anbau und Export von Südfrüchten spezialisiert. Es ist ein einträgliches [...]
‚Das Diktat des #hashtags‘ von Andreas Bernard
Als Mutti die Raute zu ihrem Wappen wählte, wusste sie warum. Sie ist Physikerin. Sicher erkannte sie den diskursiven Charakter sofort. #Hashtag als Debattenrevolution? Von wegen Neuland! Mutti war cool, Mutti ist cool und Mutti wird cool sein. #Yolo Zugegebenermaßen wissen wir nicht, ob Peter Tauber und die Kanzlerin tatsächlich durch Frau Merkels Zeichensprache einen [...]
‚NSA‘ von Andreas Eschbach
Als Goethe erwog, in den Osten zu ziehen, spielten die Immobilienpreise für Gartenhäuser in Weimar sicher keine unwesentliche Rolle. Bei Eugen Lettke ist es eindeutiger. Ihn verschlägt es der Arbeit wegen ins Klößeparadies. Direkt nach dem Abitur beginnt Eugen als Analyst beim Nationalen Sicherheits-Amt, dem alten Inlandsgeheimdienst des Kaisers, der nun bis in die Zeit [...]
‚Sonne und Beton‘ von Felix Lobrecht
Der U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee ist ein ganz krasser Hub! Dort, mitten in Süd-Neukölln. Kennste, Digga? Wo die U7 den M11er kreuzt. Und den 172er dazu. Ich sag Dir, Bruder: Ultrakrass. Fast unbemerkt hängt am südlichen Eingang eine Tafel, die den damaligen Innensenator, Joachim Lipschitz, zur Eröffnung zitiert: „Hier entsteht eine neue Stadt für 50.000 Menschen.“ [...]
‚Serotonin‘ von Michel Houellebecq
Westeuropäische Senioren im andalusischen Nudistencamp sind eine interessante Spezies. Ebenfalls Ärzte, die im Sprechzimmer vor ihren Patienten Zigaretten rauchen. Und Bauern, die mit Bazookas gegen den Fall der Milchquote protestieren. Wir begegnen also einem Michel Houellebecq, der philosophisch ansprechend wenig schmeichelt, ohne die eigene Komfortzone im Wesentlichen zu verlassen. Seine Diagnose ist die kollektiv depressive [...]
‚Die Schwärmer‘ von Willi Hetze
Teo ist im besten Sinne, was man einen guten Jungen nennt. Er hat Sinn für seine Mitmenschen, Interesse an seinen Freunden – viele gibt es nicht –, an seiner Familie. Teo ist natur- und heimatverbunden. Sehr sogar! Teo wächst in einer nicht näher benannten Provinz auf. Einem Landstrich zwischen Bergen, Wäldern und Sümpfen, durchzogen von [...]