‚Die Mittagsfrau‘ von Julia Franck

Als Helene noch Kind war, fragte sie sich, wieso sie nicht in den Bergen leben könne oder am Meer. Wieso das Schicksal sie hier in dieser Landschaft stellte, die weder Meer noch Berge hat – nur Hügel. Die Hügel der Oberlausitz und in der Mitte Budissin. Bautzen mit seinen Türmen, dem Petridom, der Alten Wasserkunst, [...]

‚So enden wir‘ von Daniel Galera

Was ist Leben? Wasser zum Beispiel. Ist Wasser Leben oder doch nur eine notwendige Bedingung? Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Als Biologin weiß Aurora, was Leben bedeutet. Was das Leben braucht, um zu existieren. Licht, Wasser, Zucker, vielleicht eine abgeschlossene Promotion? Kurz davor steht Aurora nämlich, als sie vom Infarkt ihres Vaters und dem [...]

‚Tage ohne Ende‘ von Sebastian Barry

Es war recht viel Trubel im Wilden Westen, im wirklich wilden Westen, als irgendwo hinter St. Louis Thomas McNulty unter einem Baum John Cole kennenlernte. John Cole, den schönen John Cole. Thomas und John sind im beschissensten Regen seit Menschengedenken in Missouri gestrandet. Einen so gottverdammten Regen in dieser gottverdammten Gegend haben beide noch nie [...]

‚Hör auf zu lügen‘ von Philippe Besson

1984 in der französischen Provinz. Philippe ist ein Schüler, den die Lehrer schätzen und seine Mitschüler meiden. Er steht im Abseits, ist wenig gesellig – Kinder können erbarmungslos sein und Philippe bekommt dies zu spüren. Er muss Sprüche erdulden, Andeutungen. Weil er schwul ist und es seit früher Jugend weiß. Er leugnet nicht, auch wenn [...]

‚Herrlichkeit‘ von Margaret Mazzantini

Die Sonne steht hoch über dem Innenhof des Palazzo. Es ist heiß in den Straßen und selbst am Fluss weht nur ein laues, heißes Lüftchen. Die ewige Stadt sucht Schatten, den Guido bereits gefunden und in sich trägt. Er, der unablässig bemüht, das Licht seiner Mutter einzufangen. Seiner schönen Mutter, die er vergöttert und seinen [...]

Achtung, Theater! – ‚Außer sich‘ von Sasha Marianna Salzmann im Maxim-Gorki-Theater

Manche Dinge müssen wehtun, um gut zu sein - müssen schmerzen, um gut zu werden: die 36 Stunden im Zug Moskau-Berlin, der Tod des Vaters, die Testosteron-Injektionen, ein Theaterabend. Es ist die Geschichte aus den jungen Leben von Alissa und Anton. Zweier Leben zwischen den Welten. Zwischen der (post-)sowjetischen und der westlich-deutschen Wirklichkeit, auf der [...]