‚Lob der Homosexualität‘ von Luis Alegre

Die Berliner Pride Week ist Anlass, um ein ambivalentes Sachbuch vorzustellen: ‚Lob der Homosexualität‘ von Luis Alegre. Es beginnt mit einer Begründung, weshalb der Autor sein Lob auf die Homosexualität schreibt oder schreiben soll. Denn Alegre als weißer schwuler Mann der oberen Mittelschicht, Professor für Philosophie und Mitgründer der Partei Podemos, wurde gebeten, dieses Lob [...]

‚Geboren am 13. August‘ von Jens Bisky

Geboren in einer Familie sozialistischer Bürgerlichkeit, Kulturbürgerlichkeit nach Leipziger Art. Nach Art der alten Messe- und Bücherstadt in gründerzeitlichen Altstadtvillen im Schatten der Karl-Marx-Universität. Was für eine Kindheit! Später dann hieß es Umzug. Umzug in die Hauptstadt der Republik. Umzug nach Ost-Berlin in eine Vorzeigewohnung über den Dächern von Marzahn. Sozialistische Provinz mit Jungenderfahrungen im [...]

‚Gespräche mit Freunden‘ von Sally Rooney

„Nachdem er aufgegessen hatte, machte ich Wasser heiß und schüttete es in die Spüle, gab Spülmittel dazu, das nach Zitrone roch“ (S. 68). „Bobbi trug ein enges, bauchfreies T-Shirt und schwarze Jeans zu der Party. Ich trug ein Sommerkleid mit winzigen, tüfteligen Trägerchen“ (S. 69). Heißes Spülwasser also und bauchfreie Shirts – Spülmittel, das nach [...]

‚Die Mittagsfrau‘ von Julia Franck

Als Helene noch Kind war, fragte sie sich, wieso sie nicht in den Bergen leben könne oder am Meer. Wieso das Schicksal sie hier in dieser Landschaft stellte, die weder Meer noch Berge hat – nur Hügel. Die Hügel der Oberlausitz und in der Mitte Budissin. Bautzen mit seinen Türmen, dem Petridom, der Alten Wasserkunst, [...]

‚So enden wir‘ von Daniel Galera

Was ist Leben? Wasser zum Beispiel. Ist Wasser Leben oder doch nur eine notwendige Bedingung? Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Als Biologin weiß Aurora, was Leben bedeutet. Was das Leben braucht, um zu existieren. Licht, Wasser, Zucker, vielleicht eine abgeschlossene Promotion? Kurz davor steht Aurora nämlich, als sie vom Infarkt ihres Vaters und dem [...]

‚Tage ohne Ende‘ von Sebastian Barry

Es war recht viel Trubel im Wilden Westen, im wirklich wilden Westen, als irgendwo hinter St. Louis Thomas McNulty unter einem Baum John Cole kennenlernte. John Cole, den schönen John Cole. Thomas und John sind im beschissensten Regen seit Menschengedenken in Missouri gestrandet. Einen so gottverdammten Regen in dieser gottverdammten Gegend haben beide noch nie [...]

‚Hör auf zu lügen‘ von Philippe Besson

1984 in der französischen Provinz. Philippe ist ein Schüler, den die Lehrer schätzen und seine Mitschüler meiden. Er steht im Abseits, ist wenig gesellig – Kinder können erbarmungslos sein und Philippe bekommt dies zu spüren. Er muss Sprüche erdulden, Andeutungen. Weil er schwul ist und es seit früher Jugend weiß. Er leugnet nicht, auch wenn [...]