Die Handlung ist schnell erzählt: Es ist die Geschichte vom Verteidiger Joseph Kavanagh und seinem Dienst auf der Mauer. Die Mauer ist nicht irgendeine Mauer, sondern die NKVB, die Nationale Küstenverteidigungsbefestigung. Die Mauer ist eine Art moderner Limes mit allem Schnickschnack, den sich die DDR nicht traute einzusetzen. Und selbstverständlich, liebe Leserinnen und Leser, war [...]
Kategorie: Politische Literatur
‚Stella‘ von Takis Würger
Als Friedrich sein Zimmer im Grand Hotel bezieht, herrscht Krieg in Europa. Die Wehrmacht steht vor Moskau und Fritz will, wie er meint, etwas von der Stärke der Deutschen einfangen. Sie verstehen, erfahren sozusagen, um selbst stark zu werden. Friedrich, genannt Fritz, fühlt sich schwach, was zweifelsohne an seiner drakonisch flatterhaften Mutter liegt. Dabei wächst [...]
‚Das Diktat des #hashtags‘ von Andreas Bernard
Als Mutti die Raute zu ihrem Wappen wählte, wusste sie warum. Sie ist Physikerin. Sicher erkannte sie den diskursiven Charakter sofort. #Hashtag als Debattenrevolution? Von wegen Neuland! Mutti war cool, Mutti ist cool und Mutti wird cool sein. #Yolo Zugegebenermaßen wissen wir nicht, ob Peter Tauber und die Kanzlerin tatsächlich durch Frau Merkels Zeichensprache einen [...]
‚NSA‘ von Andreas Eschbach
Als Goethe erwog, in den Osten zu ziehen, spielten die Immobilienpreise für Gartenhäuser in Weimar sicher keine unwesentliche Rolle. Bei Eugen Lettke ist es eindeutiger. Ihn verschlägt es der Arbeit wegen ins Klößeparadies. Direkt nach dem Abitur beginnt Eugen als Analyst beim Nationalen Sicherheits-Amt, dem alten Inlandsgeheimdienst des Kaisers, der nun bis in die Zeit [...]
‚Serotonin‘ von Michel Houellebecq
Westeuropäische Senioren im andalusischen Nudistencamp sind eine interessante Spezies. Ebenfalls Ärzte, die im Sprechzimmer vor ihren Patienten Zigaretten rauchen. Und Bauern, die mit Bazookas gegen den Fall der Milchquote protestieren. Wir begegnen also einem Michel Houellebecq, der philosophisch ansprechend wenig schmeichelt, ohne die eigene Komfortzone im Wesentlichen zu verlassen. Seine Diagnose ist die kollektiv depressive [...]
‚Der Apfelbaum‘ von Christian Berkel
Interrail, bevor es Interrail gab: Friedenau, Kreuzberg, wieder Friedenau, Madrid, Paris, Gurs, Leipzig, Trizonesien, Buenos Aires, West-Berlin. Wenig stringent die Route, was unter diesen Umständen nicht verwundert. Sala, die unfreiwillig Rastlose – so könnte ihr Spitzname lauten. Sala, die Heimatlose, die Getriebene ihrer Herkunft wegen. Und dabei schien an jenem Nachmittag vieles unter einem guten [...]
‚Komm in den totgesagten Park und schau‘ von André Kubiczek
Holla, die Waldfee, ist das Böse böse. So unglaublich böse - mir fehlen die Worte. Vom Bösen-Bösen gar nicht zu sprechen. Alte Menschen würden sagen: Da bleibt dir die Spucke weg. Und dabei gehts nicht um Spucke oder Sie, liebe Leserinnen und Leser, oder mich oder Stefan George, sondern um uns alle. Um uns im [...]
‚Collin‘ von Stefan Heym
Ost-Berlin, Hauptstadt der DDR. Letzter Halt vor Bernau mit der S-Bahn. Weit draußen also, draußen im Wald und weit weg vom Trubel der Regierungs- und Parteigeschäfte. Prof. Gerlinger, Koryphäe auf den Gebieten Herz-Kreislauf und Psychosomatik, hat des Öfteren prominente Patienten. Patienten aus dem Majakowskiring, so wie Collin – eingeliefert wegen des Verdachts auf Herzinfarkt. Ebenfalls [...]
Achtung, Theater! – ‚Außer sich‘ von Sasha Marianna Salzmann im Maxim-Gorki-Theater
Manche Dinge müssen wehtun, um gut zu sein - müssen schmerzen, um gut zu werden: die 36 Stunden im Zug Moskau-Berlin, der Tod des Vaters, die Testosteron-Injektionen, ein Theaterabend. Es ist die Geschichte aus den jungen Leben von Alissa und Anton. Zweier Leben zwischen den Welten. Zwischen der (post-)sowjetischen und der westlich-deutschen Wirklichkeit, auf der [...]