Hanna Krause wurde 1913 in Magdeburg geboren und blieb ihrer Stadt zeitlebens treu. Mit zwei kurzen Unterbrechungen – für wenige Monate lebte sie bei Verwandten in Berlin und nach dem Krieg wenige Jahre auf dem Land – war das Zentrum jener Stadt ihr Zuhause. Im sogenannten Knattergebierge, dem Armenviertel, brachte sie ihre Kinder zur Welt, [...]
Kategorie: Im Osten viel Neues
Achtung, Theater! – ‚Gittersee‘ am Berliner Ensemble
Unten liegt Dresden im Tal der Ahnungslosen und oben auf dem südlichen Elbhang verlebt Karin ihre Kindheit und frühe Jugend – in Gittersee. Gittersee ist eine Klitsche die niemand kennt oder kennen muss. Außer Wickwalz vielleicht, der als schneidiger Jungkader nun Schild und Schwert der Partei ist im Kampf für den Frieden. Karin findet ihn [...]
‚Was du kriegen kannst‘ von Clemens Beckmann
Uta wächst nicht ungeliebt, nicht ungewollt auf. Allenfalls zu früh wurde sie in einem Dorf am Rande des Erzgebirges geboren. Wenige Jahre nach dem Krieg, noch vor den Verstaatlichungen der allermeisten Betriebe, erlebt sie eine vergleichsweise privilegiert Kindheit. Der Vater, Geschäftsführer und Kommunist, die Mutter als Köchin in der Großkantine tätig. Trotz ihrer Freundinnen hat [...]
Achtung, Theater! – ‚Linkerhand‘ am Gorki
Linkerhand!, hallt es über die Baustelle. Raus aus der Komfortzone will sie, um das Land auch in der Provinz neu zu errichten, besser zu machen, zu entwickeln. Dort, wo es Not tut. Wo sie gebraucht wird. Keine bürgerlichen Privilegien mehr, anpacken und Bauklötze stapeln. Linkerhand! Diese Fantastereien immer! Wir erbauen eine Stadt für unsere Arbeiter, [...]
‚Die Projektoren‘ von Clemens Meyer
Von Leipzig aus, von den Türmen der Irren-Hilfs-Heil- und Pflegeanstalt des Dr. Güntz, blicken Herr Dulle und Mister Schmidt, die beiden Dottores, hinab und hinüber über die Iron Mountains südöstlich, entdecken das sächsische Amerika und Dr. May, der ebenfalls in dieser Irren-Hilfs-Heil- und Pflegeanstalt des Dr. Güntz sein erhabenes Dasein fristen durfte. Ein großes, imposantes [...]
‚Ungleich vereint‘ von Steffen Mau
In drei Wochen werden in Sachsen und Thüringen neue Landtage gewählt, wenig später in Brandenburg. Gespannt – mitunter sorgenvoll – blickt die aufgeklärte Republik in die vormalige (Süd)-DDR, wo rechtsextremistische Westimporte sich anschicken, die freiheitliche Demokratie begraben zu wollen. Aussagen von rechtskräftig verurteilten Faschisten wie Björn Höcke fallen auf fruchtbaren Boden. So jedenfalls lässt sich [...]
‚Nostalgia‘ von André Kubiczek
„Liebe Oma aus Laos, es ist Dienstag, der 22. Dezember 1981, kurz vor fünf. Ich sitze in der Straßenbahn der Linie 1, fahre zum Hauptbahnhof, und noch geht es mir gut!Dein EnkelAndré" (S. 88) Nichts steht still kurz vor Weihnachten. Seine Großeltern soll er abholen, die aus Thale anreisen und bleiben wollen bis Silvester. In [...]
‚Kälte‘ von Szczepan Twardoch
Ach, Konrad Widuch, alter Matrose, du Ex-Maat der kaiserlichen Marine, Aufständischer, Ex-Bergmann, du elender Ex-Bolschewist und Revolutionär, den sie aus der Partei geworfen haben. Nun sitzt du hier, festgefroren auf diesem Schiff, in dieser weiten weißen Hölle. Danke Gott, du Glückspilz, dass du die Invincible gefunden hast und dich der Große und der Kleine gastlich [...]
‚Wie ich einmal lebte‘ von Ahne
Ahne ist zehn oder zwölf, als er mit seiner Familie nach Karlshorst zieht. Die ersten Jahre in der Schule sind kein Zuckerschlecken. Gar nicht des Unterrichts wegen oder der vielen Dinge, die es zu lernen gilt. Ahne, der eigentlich Arne heißt, hadert mit den Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Und mit sich. Tue dies, [...]