Also 3,8 Millionen, bald 4 Millionen. Und wieder mehr Zugezogene. So war es immer. Zugezogene wie die Architektin. Zugezogene wie der Arzt. Alle kamen sie mit ihrem ureigenen Bild der Stadt. Freiheit! Ihrem Wunsch nach Allem, das sie nur hier zu finden glaubten. Und die Hoffnung auf Glück. Ihr persönliches Glück, ganz gleich woher sie [...]
Kategorie: Berlin
‚Stella‘ von Takis Würger
Als Friedrich sein Zimmer im Grand Hotel bezieht, herrscht Krieg in Europa. Die Wehrmacht steht vor Moskau und Fritz will, wie er meint, etwas von der Stärke der Deutschen einfangen. Sie verstehen, erfahren sozusagen, um selbst stark zu werden. Friedrich, genannt Fritz, fühlt sich schwach, was zweifelsohne an seiner drakonisch flatterhaften Mutter liegt. Dabei wächst [...]
‚Sonne und Beton‘ von Felix Lobrecht
Der U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee ist ein ganz krasser Hub! Dort, mitten in Süd-Neukölln. Kennste, Digga? Wo die U7 den M11er kreuzt. Und den 172er dazu. Ich sag Dir, Bruder: Ultrakrass. Fast unbemerkt hängt am südlichen Eingang eine Tafel, die den damaligen Innensenator, Joachim Lipschitz, zur Eröffnung zitiert: „Hier entsteht eine neue Stadt für 50.000 Menschen.“ [...]
‚april‘ von Angelika Klüssendorf
April ist ein Mädchen, das sucht. Eine Frau die all jenes sucht, was für andere selbstverständlich ist: Gewissheit, bedingungslose Liebe, Antrieb, Stolz, Mut, nicht Selbstzerstörung und Ziellosigkeit. April wächst als Kind in Westsachsen auf, erlebt wenig Gutes, kommt später ins Heim und die Psychiatrie. Mit ihrer Volljährigkeit wird ihr ein Zimmer in Leipzig bei einer [...]
‚Geschehnisse während der Weltmeisterschaft‘ von Helmut Krausser
„Ich griff zum Kopfhörer und träufelte ein Bruckner-Adagio auf mein entzündetes Gehirn“ (S. 95). Dito! Sofern Ihnen der Name Bruckner noch geläufig ist, lassen Sie die Finger von diesem Buch. Das ist kein Roman, geschweige Literatur. Es ist Schund! Ein profaner Versuch anti-moralisierender Zukunftsprognose im sportlichen Sinne, der scheitert. Die ‚Geschehnisse während der Weltmeisterschaft‘ sind [...]
‚Der Apfelbaum‘ von Christian Berkel
Interrail, bevor es Interrail gab: Friedenau, Kreuzberg, wieder Friedenau, Madrid, Paris, Gurs, Leipzig, Trizonesien, Buenos Aires, West-Berlin. Wenig stringent die Route, was unter diesen Umständen nicht verwundert. Sala, die unfreiwillig Rastlose – so könnte ihr Spitzname lauten. Sala, die Heimatlose, die Getriebene ihrer Herkunft wegen. Und dabei schien an jenem Nachmittag vieles unter einem guten [...]
‚Komm in den totgesagten Park und schau‘ von André Kubiczek
Holla, die Waldfee, ist das Böse böse. So unglaublich böse - mir fehlen die Worte. Vom Bösen-Bösen gar nicht zu sprechen. Alte Menschen würden sagen: Da bleibt dir die Spucke weg. Und dabei gehts nicht um Spucke oder Sie, liebe Leserinnen und Leser, oder mich oder Stefan George, sondern um uns alle. Um uns im [...]
‚Collin‘ von Stefan Heym
Ost-Berlin, Hauptstadt der DDR. Letzter Halt vor Bernau mit der S-Bahn. Weit draußen also, draußen im Wald und weit weg vom Trubel der Regierungs- und Parteigeschäfte. Prof. Gerlinger, Koryphäe auf den Gebieten Herz-Kreislauf und Psychosomatik, hat des Öfteren prominente Patienten. Patienten aus dem Majakowskiring, so wie Collin – eingeliefert wegen des Verdachts auf Herzinfarkt. Ebenfalls [...]
‚Nenn mich November‘ von Kathrin Gerlof
"An einige Bäume hat er kleine rote Fäden gebunden (...) Die alten verlassenen Bahnstrecken bekommen noch einmal ihr Signalsystem. Und alles steht auf Halt" (S. 291). Auf Halt standen nicht nur die Signale im Leben der Lindenblatts, sondern auch die Signale im Dorf. Einem Dorf inmitten endloser Maisfelder, das wüst geht, wüst gehen wird, sollten die [...]